Startseite    

 Innendämmung


Wenn das Fachwerk, das Klinker- oder Feldsteinmauerwerk sichtbar bleiben sollen, wird gerne
trotz bauphysikalischer Bedenken eine Innendämmung gebaut.
Dabei gibt es beispielsweise für eine Fachwerkwand vier Ausführungsvarianten:

   
 

  • einfache Hintermauerung wie alle folgenden mit Lehm verputzt
  • Hintermauerung abgerückt von der Wand, mit Leichtlehm hinterfüllt
  • homogene Innenschale mit Leichtlehm, verfüllt hinter (verlorener) Schalung
  • eine leichte Dämmplatte aus Holzweichfaser oder Schilfrohr im Lehmmörtelbett. Bei dieser Variante gibt es Tauwasserprobleme.
   
Dabei können für einen Altbau akzeptable U-Werte erreicht werden. Die Kostenkalkulation zeigt, dass die gleiche Dämmwirkung mit sehr unterschiedlichem finanziellen Aufwand erreicht werden kann. Weiterhin sind in der Grafik Auskühlzeiten als Maß für die erwünschte thermische Trägheit einer Wand angegeben.   Es wurde die Tauwasserberechnung nach DIN 4108, Teil 3 durchgeführt. Der rechnerische Tauwasseranfall in der Tauperiode soll begrenzt werden auf einen Liter pro Quadratmeter. Es darf nach der Verdunstung kein Wasser im Bauteil verbleiben. Die Probleme bei Dämmplatten sind erklärlich, wenn man den Temperaturverlauf über die Wanddicke sieht, der keinen allzu starken Knick haben, sondern ähnlich wie in einer homogenen Wand verlaufen sollte.
   

Das wichtigste bei der Ausführung ist, den kapillaren Feuchtetransport zu gewährleisten. Deshalb:
 

  • alte dichte Anstriche auf der Fachwerkwand entfernen
  • die Innendämmung direkt an die Wand anschließen, Fugen und Zwischenräume mit Leichtlehm oder Lehmmörtel schließen, Luftschichten vermeiden, die den kapillaren Feuchtetransport unterbrechen
  • Sperren in der Konstruktion, dichte Anstriche und Sperren auf der Rauminnenseite, wie Dampfsperren oder -bremsen, Fliesen, Öl- und Dispersionsanstriche etc. sowie fugendichte Fenster vermeiden
  • Heizung mit hohem Strahlungsanteil so einbauen, dass sie auf die Außenwand abstrahlt.
   
 

Ausführungsvarianten bei der Innendämmung mit Lehmbaustoffen am Beispiel der Fachwerkwand:

     
          problematisch!
außen
  Bestand hintermauert hintermauert, zusätzlich mit Leichtlehm verfüllt mit Leichtlehm hinterfüllt Dämmplatte
 
  • Fachwerk mit Flechtwerk und Bewurf
  • 5 cm Strohlehm
  • Lehminnenputz
  • 17,5er Leichtlehm Stein (700)
  • Lehminnenputz
  • 17,5er Leichtlehm Stein (=700)
  • 7 cm Leichtlehm (=500)
  • Lehminnenputz
  • 20 cm Holzleicht Lehm (=600)
  • Lehminnenputz
  • 5 cm Holzweich Faserplatte
  • Lehminnenputz
           

U-Wert
Auskühlzeit
Kosten
Tauwasser
Wanddicke

           
           
           
     
Da Tauwasser bei Innendämmung problematisch sein kann, werden die Mengen angegeben, die während der Tauperiode rechnerisch ausfallen. Bei keiner Variante verbleibt es in der Konstruktion, sondern verdunstet wieder.
DIN 4108 schreibt vor, dass die ausfallende Menge auf 1 ltr/m² beschränkt sein muss, Ausnahme Verwendung von Holzwolleleichtbauplatten.
     
    Autor: Burkard Rüger
 
Innendämmung mit Badinstallation   Leitergerüst für Innendämmung
Startseite
>> STARTSEITE>>                                                                                                                                                                                                 >>MITGLIEDERMOSAIK>>