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DAS WEITERBILDUNGSPROJEKT: GESTALTER/IN FÜR LEHMPUTZE

 
 


Unser langjähriges Engagement in der Weiterbildung im Lehmbau


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  Das LehmbauKontor sieht seine Rolle in der Förderung und Stärkung des Ökologischen Bauens und des Lehmbaus im speziellen. Unser Schwerpunkt seit der Gründung des Vereins 1991 war und ist das Wiederbeleben, Weiterentwickeln und Weitergeben der Material- und Verarbeitungskenntnisse im Lehmbau.
Von 1991 bis 1997 führten wir ein- bis zweimal im Jahr ein Lehmbauseminar im Ökowerk Berlin durch und bauten so die dortigen Filterhallen aus. Dazu kamen die ersten Weiterbildungen im Umland von Berlin, Curricula zum Lehmbau und zum Ökologischen Bauen für Beschäftigungs Maßnahmen.

Natürlich reichte unser Wissen anfangs nicht, aber bald erfuhren wir Hilfe und Verstärkung. Wir arbeiteten praktisch und wir trafen uns einmal im Monat zum Erfahrungsaustausch. Mitglieder des LehmbauKontors beteiligten sich an der Ausarbeitung der "Lehmbau Regeln" und der ersten Ausbildung im Lehmbau, der "Fachkraft im Lehmbau".
         
       
       
  1990 hatte sich die "Umwelt" um Berlin tiefgreifend verändert. Damals schrieben wir:
"Gemessen an den Möglichkeiten des Lehmbaus ist seine augenblickliche Verbreitung und Anwendung in unserer Region bescheiden. Im Bestand gibt es neben einer großen Zahl von Fachwerkhäusern in den unterschiedlichsten Stadien des Verfalls auch viele Massivlehmhäuser aus den verschiedenen Blütezeiten des Massivlehmbaus und Gebäude in unterschiedlichen Mischbauweisen, die alle von außen nicht als Lehmhäuser zu erkennen sind. Nur langsam bildet sich ein Bewusstsein für die Qualitäten dieser Bauweise heraus, von den notwendigen Mitteln zu einer sachgerechten Erhaltung ganz zu schweigen. "
Es kam anders. Brandenburg setzte auf Neubau auf der grünen Wiese, die alte Bausubstanz verfällt.
Nach dem dramatischen Schrumpfen der Bauwirtschaft und angesichts des riesigen Altbaubestandes wird sich allen Fachleuten zufolge das zukünftige Bauen im Bestand abspielen. Erhalten der wohngesunden alten Baumaterialien und Verbessern der Raumluft werden zunehmend nachgefragt werden. Hier sind Handwerker mit Erfahrung im Umgang mit den Materialien gefragt.
 
       
  Ein zweites Mal wird sich die Umwelt vor unserer Haustür verändern, wenn sich Europa dem Osten öffnet. Wir hoffen, dass dort nicht die gleichen Fehler im Umgang mit alter Bausubstanz gemacht werden wie in Brandenburg. Wir rechnen damit, dass bei den begrenzten Mitteln dort Naturbaustoffe und ihre handwerkliche Verarbeitung ihre Vorzüge ins Spiel bringen können. Dabei wollen wir unser Wissen und unsere Erfahrung einbringen, Anstöße zur Erhaltung der traditionellen Bausubstanz geben und den hohen Schulungs- und Beratungsbedarf bei der Anwendung traditioneller Techniken und ihrer Anpassung an die heutigen Gegebenheiten decken helfen.
Für eine breit angelegte Förderung des Lehmbaus und des Ökologischen Bauens ist es unumgänglich, die unterschiedlichen Erfahrungen des traditionellen, des handwerklichen, des technisch-industriellen und des experimentellen Lehmbaus in unserer Region, in Deutschland, in Europa und besonders in den angrenzenden osteuropäischen Nachbarländern zu einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch zusammenzuführen.
Deshalb haben wir das Leonardo da Vinci Projekt -Lehmputze und Gestaltung- in der Europäischen Union initiiert und arbeiten dort maßgeblich mit.
 
       
 

Das Projekt und die Partner

 
  Die Beantragung eines Projektes zur Förderung der Weiterbildung im Bereich Lehmputze wurde durch das LehmbauKontor im Jahr 2002 initiiert. Antragsteller und Projektleiter für das Gesamtprojekt ist der Verein FAL e.V. aus Ganzlin/Mecklenburg, zu dem seit Jahren Kooperationsbeziehungen im Bildungsbereich bestehen. Die Ausarbeitung des Antrages und die Projektleitung wurde von Uta Herz, Berlin übernommen.
Offizieller Titel des Leonardo da Vinci Projektes:

Moderner Lehmbau zur Förderung der Regionalentwicklung - Lehmputze und Gestaltung.

 
  Das Projekt wurde am 1.11.2002 für eine Laufzeit von 3 Jahren bewilligt.  
       
  Die nationalen Partner und ihre Aufgaben im Projekt sind:      
 

FAL e.V.

  Antragstellung und Projektleitung, Durchführung der Probephase der Weiterbildung  
 

LehmbauKontor Berlin-Brandenburg e.V.

 

Ausarbeitung der Module 1 und 2, Kontakte zum nationalen Beirat und Öffentlichkeitsarbeit

 
 

BAUFACHFRAU Berlin e.V.

  Ausarbeitung Modul 2 Gestaltung (zusammen mit LehmbauKontor), Modul 3 Marketing  
 

Handwerkskammer Schwerin

  Zertifizierung der Ausbildung  
 

Fa. Pro Lehm

  Mithilfe bei der Durchführung der Probephase der Weiterbildung  
   

 

 
  Die Europäischen Partner kommen folgenden Ländern:
Bulgarien
Frankreich
Griechenland
Großbritannien
Polen.
     
       
 

 

     
  Unterstützung erfährt das Projekt durch die im nationalen Beirat vertretenen Bildungseinrichtungen, Fachverbände der Bauindustrie und des Handwerks, Baustoff-hersteller und Interessenverbände von Handwerkern und Handwerkerinnen. Der nationale Beirat begleitet das Projekt sachlich und fachlich, fördert die Akzeptanz der Ausbildung durch Information der Fachöffentlichkeit und macht die Termine der Weiterbildungsgänge in ihren Medien bekannt. Mitglieder im deutschen nationalen Beirat sind:

Akademie Gestaltung im Handwerk der Handwerkskammer Münster
Arbeitsamt Schwerin
Baufachfrau e.V.
Bundesverband unabhängiger Handwerker und Handwerkerinnen BUH e.V.
Dachverband Lehm e.V.
Deutscher Stuckgewerbebund
Eingetragener Verband der Naturfarbenhersteller
Fa. ABC Bau Schwerin
Fa. Bremer Ökofarben
Fa. Geosana, Bozen
Fachverband Farbe Gestaltung Bautenschutz
Handwerkskammer für Ostthüringen
Überbetriebliche Ausbildungsstätte der IHK Cottbus.
 
   
         
 

Zweck und Ziel der Weiterbildung

 
  Das Projekt möchte durch Innovation, Qualität und europäische Dimension das regionale Handwerk fördern. Eine Fortbildung in dieser neuen Spezialisierung soll Handwerkerinnen und Handwerkern aus den Bereichen Maurer/in, Maler/in und Raumausstatter/in neue berufliche Möglichkeiten bieten.
Die Weiterbildung wendet sich auch an jene, die ohne einen formalen Berufsabschluss im Handwerk aufgrund langjähriger Berufspraxis Erfahrungen im Lehmbau vorweisen können.
Die europäische Zusammenarbeit berücksichtigt dabei nicht nur die unterschiedlichen Bildungssysteme, sondern trägt auch den jeweiligen Baupraktiken im heutigen Lehmbau und den regionalen Vorlieben der Raumgestaltung Rechnung.
Ein gemeinsames europäisches Bildungssystem ist noch Vision. Daher wird zunächst in jedem Partnerland die Möglichkeit eines eigenen anerkannten Abschlusses Lehmputz und Gestaltung geschaffen.
 
         
 

Zertifizierung in Deutschland

 
  Fortbildungen im Handwerk werden neben bundeseinheitlichen Regelungen auf regionaler Kammerebene geregelt. Kammerprüfungen sind bundesweit anerkannt und genießen ein hohes Ansehen. 2001 wurde erstmals in Deutschland eine Fortbildungsregelung -Fachkraft im Lehmbau- geschaffen, ein Modellprojekt des Dachverbandes Lehm in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Ostthüringen.
Für die geplante Fortbildung -Lehmputze und Gestaltung- ist eine Prüfung durch die Handwerkskammer Schwerin vorgesehen. Die Projektgruppe erarbeitet hierfür eine Rechtsvorschrift, für die die Zustimmung der Organe von der Handwerkskammer Schwerin und vom Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern zur Zeit beantragt wird. Das Vorhaben ist auf große Resonanz gestoßen, was wir auf die positiven Erfahrungen aus dem Modellprojekt -Fachkraft im Lehmbau- und auf die wachsende Bedeutung des Marktsegments Lehmputze zurückführen.
 
         
 

Rechtsgrundlagen für die Ausübung einer Handwerkstätigkeit

 
  Wer selbständig im Baubereich tätig ist, braucht in Deutschland eine Zulassung durch die Handwerkskammern der einzelnen Bundesländer. Rechtsgrundlage ist die Gewerbeordnung.
Voraussetzung für die Zulassung sind:
- Meisterabschluss in einem Bauberuf der Gewerke Maurer, Holzbau (Zimmerer), Maler etc. oder Ingenieur-/Architekturdiplom (Handwerksrolle A)
- Eintrag als handwerksähnlicher Betrieb in der sogenannten Handwerksrolle B des deutschen Handwerksrechts. Dies ist nur eingeschränkt für wenige Bautätigkeiten möglich.
- Reisegewerbeschein für Handwerker
Neben den oben genannten Voraussetzungen für die Anmeldung eines Betriebes gibt es auch
- Sonderzulassungen der regionalen Wirtschaftsbehörde, nach nachgewiesener fachlicher Eignung.
 
     

 

 
 

Aufbau und Inhalte der Weiterbildung

 
  Handwerkerinnen und Handwerker sind vor neue Herausforderungen gestellt: Der Beratungsbedarf zu raumklimatischen und ökologischen Qualitäten von Lehmoberflächen wächst. Gestaltungskompetenzen sind gefragt. Hierfür wird der Lehrgang aufbauend aus drei Modulen entwickelt:
Modul 1 - Grundlagen, Modul 2 - Gestaltung, Modul 3 - Marketing.
 
       
 

Modul 1:

(Grundlagen)
  vermittelt Fachkenntnisse zum Material Lehm als ökologischer Baustoff, zu den Besonderheiten von Lehmputzen und zur Bewertung von Lehmbauprodukten.  
 

Modul 2:

(Gestaltung)
  lehrt die Ausführung verschiedener Lehmfein- und Finishputze, strukturierter Lehmputzflächen sowie plastischer Gestaltungstechniken. Die Wirkung von Farben, Materialien und deren Oberflächentexturen und -strukturen als Gestaltungselemente im Raum werden behandelt.  
 

Modul 3:

(Marketing)
  legt den Schwerpunkt auf die Notwendigkeit aktiven Marketings, auf Verhandlungskompetenzen, auf Kalkulation und Preisgestaltung.  
       
 
Der Kurs berücksichtigt die jeweiligen nationalen Besonderheiten und Anforderungen. In Deutschland sollen die Teilnehmer/innen nach jedem Modul eine Fortbildungsprüfung bei der Handwerkskammer ablegen können.
 
  Zum Herbst 2006 ist der Weiterbildungskurs inklusive spezieller Lehrmaterialien auf CD-ROM in der jeweiligen Landessprache erhältlich. Vom LehmbauKontor e.V. haben an dem Projekt inhaltlich mitgearbeitet: Irmela Fromme, Burkard Rüger und Jörg Depta.  
  Weitere Informationen unter:   www.clay-plaster.com  
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