VORKOMMEN UND ARTEN VON LEHM

 

Bänderlehme, -tone

sind in dünnen Schichten abgelagerte Lehme oder Tone flacher Wasserbecken der Eiszeit. Im Anschnitt erscheinen die Schichten als Bänder oder Streifen. Da die Schichten unterschiedlich sind, müssen diese Lehme gut durchgearbeitet werden.
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Berg- oder Gehängelehm

lagert auf den Gesteinen, aus denen er durch Verwitterung entstanden ist oder an den Hängen darunter. Das Mineralgerüst besteht vorwiegend aus kantigen Gesteinstrümmern verschiedener Körnung, die je nach dem Grad der Verwitterung oder der Zusammensetzung des Ursprungsgesteins bei den einzelnen Lagerstätten unterschiedlich sind.
Eignung: Bei genügendem Tongehalt optimaler Rohstoff für Stampflehmbau.
 

 

Geschiebelehm

durch eiszeitliche Gletscher oft auf weite Entfernungen verlagerter Lehm. Bei der Verlagerung ist die Zusammensetzung verändert worden.
Zusammensetzung: Das Mineralgerüst besteht aus runden Körnungen, häufig knollenförmige Toneinschlüsse. Meist kalkhaltig, die oberen Lagen jedoch entkalkt. Auf den Lehmbau hat der abgebundene Kalk im Gegensatz zum bindefähigen Kalziumhydroxyd Ca(OH)2 keinen Einfluß.
Eignung: Für Bauzwecke, besonders für Nasslehmbauweisen, gut geeignet
 

 

Lößlehm

Löß ist ein kalk- und tonhaltiger Feinsand, der durch Stürme von seinem Ursprungsgestein zu den Lagerstätten getragen wurde. Lößlehm entstand durch Auswaschen des Kalkgehaltes, er hat ein sehr feinkörniges Mineralgerüst und einen geringen Tongehalt. Er begleitet in unterschiedlichen Breiten den Nordrand der deutschen Mittelgebirge.
Eignung: Wegen seines geringen Tongehaltes und seines staubfeinen Mineralgerüstes ist er für den massiven Lehmbau nur mit Vorsicht, für andere Lehmbauweisen jedoch sehr gut geeignet.
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Mergel

heißt ein Tongemenge, wenn der Kalk im Übermaß vorhanden ist. Die Bindekraft ist für den Lehmbau oft nicht mehr ausreichend.
zu beachten: Es sind nicht alle weißlichen Lehme kalkhaltig, dies trifft auch auf magnesiumhaltige Lehme zu. Nur kalkhaltige Lehme brausen bei dem Salzsäuretest auf.
 

 

Schlick- oder Auelehme

Die jüngsten Ablagerungen im Bereich der heutigen großen Flusstäler. Ein Gemisch älterer Lehm, das durch Wasser gelöst, durch Hochwasser verfrachtet und in ruhigem Wasser abgesetzt wurde.
Zusammensetzung: Vielfach mit huminösen, organischen Stoffen vermischt, kenntlich an der dunkleren Farbe. Manchmal mit Sanden, Kiesen, Schotter, auch mit Torflagen durchsetzt.
Eignung: Wenn die Humusstoffe fein verteilt sind, sind die Auelehme bei ausreichender Bindekraft brauchbar, auch die dunkleren Schlicklehm im Küstenbereich mit Ausnahme der Ablagerungen aus jüngerer Zeit.
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Schwemm- oder Hanglehme

ist ein Gemisch älterer Lehme, die durch Wasserläufe aus den früheren Lagerstätten abgeschlämmt und in ruhigem Wasser wieder abgesetzt wurden, gelegentlich mit schwachem Sand-, Kies- oder Geröllflözen durchsetzt, meist kalkfrei.
Eignung: ein guter Baulehm durch die bei der Umlagerung erfolgte natürliche Aufbereitung, Humusbeimengungen machen ihn als Baulehm oft untauglich.
 

 

Tertiärtone, Letten

treten in vielen Gegenden zutage. Sie sind der Rohstoff für hochwertige keramische Erzeugnisse. Dazu gehören die Braunkohlentone, die Blautone, der blaue bis grünlich-graue Tegel und andere.
Letten ist die mancherorts üblichen Bezeichnungen für die noch älteren schiefrigen Keupertone. Wenn diese meist fetten Tone nicht von Haus aus durch steinige oder schiefrige Zuschläge gemagert sind, lassen sie sich für Lehmbauzwecke nur schwer verarbeiten.
 

Zusammenstellung: Burkard Rüger
 
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